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  • Markus

Contracting als effiziente Lösung: Einfach erklärt

In einer Zeit, in der die Energiekosten steigen und der Druck zur Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks zunimmt, suchen Unternehmen und Immobilienbesitzer nach kosteneffizienten und nachhaltigen Lösungen für ihre Energieversorgung. Eine vielversprechende Option, die immer mehr an Bedeutung gewinnt, ist das Contracting. In diesem Blogbeitrag werfen wir einen genaueren Blick auf das Konzept des Contractings, seine verschiedenen Modelle und die Vorteile, die es bietet.


Was ist Contracting?

Contracting ist ein Dienstleistungsmodell, bei dem ein spezialisiertes Unternehmen, der Contractor, die Planung, Finanzierung und den Betrieb von Energieanlagen übernimmt. Der Contracting-Nehmer, in der Regel der Eigentümer oder Betreiber eines Gebäudes oder einer Anlage, beauftragt den Contractor mit der Bereitstellung einer bestimmten Energielösung.



Die verschiedenen Modelle des Contractings:

  1. Energiesparcontracting (EPC): Fokus auf der Einsparung von Energiekosten durch effiziente Maßnahmen zur Reduzierung des Energieverbrauchs.

  2. Energieliefercontracting (ESC): Bereitstellung von Energie durch den Contractor zu vertraglich festgelegten Konditionen.

  3. Betriebsführungscontracting: Übernahme und Optimierung bestehender Anlagen durch den Contractor.

  4. Finanzierungscontracting: Finanzierung und Errichtung neuer Anlagen durch den Contractor.


Die Vorteile von Contracting:

  • Kostenreduktion und Risikominderung: Der Contracting-Nehmer muss keine hohen Investitionskosten tragen und überträgt Risiken auf den Contractor.

  • Effizienzsteigerung: Durch die Spezialisierung des Contractors wird eine effiziente Betriebsführung gewährleistet.

  • Fachwissen und Erfahrung: Der Contractor bringt Fachkenntnisse und Erfahrung ein, die zu optimierten Lösungen führen.


Die Nachteile von Contracting:

  1. Höhere Kosten: Contracting-Dienstleistungen führen in der Regel zu höheren Kosten im Vergleich zum direkten Kauf und Betrieb von Anlagen. Dies liegt daran, dass die Dienstleistung des Contractors zusätzliche Personalkosten und Managementaufwand verursacht, die in die Vertragsgebühren einfließen.

  2. Längere Vertragslaufzeiten: Contracting-Verträge haben typischerweise Laufzeiten von 5 bis 15 Jahren, manchmal sogar bis zu 20 Jahren bei Photovoltaikanlagen. Diese langen Vertragsbindungen bedeuten, dass Nutzer sich für längere Zeit an den Contractor binden und weniger Flexibilität bei der Wahl anderer Energieoptionen haben.

  3. Kein wirtschaftliches Eigentum an der Anlage: Da der Contractor die Anlage finanziert und betreibt, liegt das wirtschaftliche Eigentum an der Anlage in der Regel beim Contractor und nicht beim Eigentümer oder Betreiber des Gebäudes. Dies bedeutet, dass der Eigentümer nach Vertragsende möglicherweise keine Ansprüche auf die Anlage hat.

  4. Fehlende Förderungen: Aktuell können Eigentümer oft nicht von staatlichen Förderungen, wie denen des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), profitieren, die normalerweise für den direkten Kauf und die Installation von Energiesystemen gewährt werden.

  5. Höhere laufende Kosten: Obwohl Contracting keine Anschaffungskosten verursacht, können die laufenden Kosten im Vergleich zu konventionellen Energieoptionen höher sein. Dies kann sich insbesondere über die Laufzeit des Vertrags hinweg zu spürbaren finanziellen Belastungen addieren.

  6. Zugangsgewährleistung: Bei Contracting muss sichergestellt sein, dass der Contractor Zugang zu den Anlagen hat, was insbesondere bei gemieteten Objekten eine Herausforderung darstellen kann.


Zusammengefasst:

Vorteile von Contracting

Nachteile von Contracting

Keine Anschaffungskosten

Längere Vertragslaufzeiten

Entlastung von Planungs- und Betriebsaufwand

Fehlende staatliche Förderungen

Einfache Energieeinsparung

Höhere laufende Kosten

Klare Zuständigkeiten

Verlust des wirtschaftlichen Eigentums an der Anlage

Zugang zu modernen Energiesystemen

Erfordert Zugangsgewährleistung


Die Zukunft des Contractings:

Mit dem steigenden Bewusstsein für Energieeffizienz und Nachhaltigkeit wird das Contracting eine immer wichtigere Rolle in der Energieversorgung spielen. Durch die Flexibilität und die vielfältigen Modelle bietet es Unternehmen und Immobilienbesitzern die Möglichkeit, maßgeschneiderte und zukunftsweisende Energielösungen zu implementieren.


Fallbeispiel: Solar-Contracting

Ein Beispiel für Contracting im Bereich erneuerbarer Energien, insbesondere Solar- oder Photovoltaikanlagen, ist das Solar-Contracting für ein Wohnhaus. Angenommen, ein Hausbesitzer möchte sein Wohnhaus mit einer Solaranlage ausstatten, um seinen eigenen Strom zu erzeugen und seinen ökologischen Fußabdruck zu reduzieren, hat aber nicht die finanziellen Mittel für die Investition.

In diesem Fall könnte der Hausbesitzer einen Vertrag mit einem spezialisierten Contractor abschließen, der die Planung, Installation, Finanzierung und den Betrieb der Solaranlage übernimmt. Der Contractor installiert die Solarpanels auf dem Dach des Wohnhauses und betreibt die Anlage während der Vertragslaufzeit.



Der Hausbesitzer profitiert von mehreren Vorteilen des Solar-Contractings:

  • Keine Anfangsinvestitionen: Der Contractor finanziert die gesamten Investitionskosten für die Solaranlage, sodass der Hausbesitzer keine hohen Anschaffungskosten tragen muss.

  • Kostenersparnis durch Solarenergie: Der Hausbesitzer bezieht den erzeugten Strom zu einem vertraglich festgelegten Tarif, der in der Regel unter den Kosten für konventionellen Strom liegt, was zu langfristigen Einsparungen führt.

  • Professioneller Betrieb und Wartung: Der Contractor übernimmt den Betrieb, die Wartung und die Überwachung der Solaranlage, um eine optimale Leistung sicherzustellen.

  • Garantierte Leistung: Der Contractor garantiert dem Hausbesitzer eine bestimmte Menge an Stromerzeugung über die Vertragslaufzeit.


Durch das Solar-Contracting kann der Hausbesitzer von den Vorteilen der Solarenergie profitieren, ohne die damit verbundenen finanziellen und betrieblichen Risiken tragen zu müssen. Gleichzeitig leistet er einen Beitrag zum Ausbau erneuerbarer Energien und zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen.


Kaufen oder Contracting:

Aspekt

Contracting

Kaufen

Anschaffungskosten

Keine Anschaffungskosten

Hohe Anfangsinvestitionen

Laufende Kosten

Meist höhere laufende Kosten

Niedrigere laufende Kosten

Betriebs- und Wartungsaufwand

Kein Aufwand für Betrieb und Wartung

Eigenständige Organisation und Kosten für Wartung

Finanzielle Flexibilität

Bindung an Vertrag mit langen Laufzeiten

Eigentum und volle Kontrolle über Anlage

Förderungen

Keine staatlichen Förderungen

Mögliche staatliche Förderungen und Anreize


Fazit:

Contracting ist eine effiziente und nachhaltige Lösung für die Energieversorgung von Gebäuden und Anlagen. Mit seinen verschiedenen Modellen und den zahlreichen Vorteilen, die es bietet, ist es eine vielversprechende Option für Unternehmen und Immobilienbesitzer, die ihre Energiekosten senken und gleichzeitig ihren ökologischen Fußabdruck reduzieren möchten. Bei Interesse an einer Solaranlage empfehle ich den Rechner von Yello* zu nutzen und sich dort ein Angebot unterbreiten zu lassen.

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