Eine Solaranlage ohne Anschaffungskosten bedeutet in Deutschland fast immer: Sie mieten, leasen oder finanzieren und zahlen dafür Monat für Monat. Bequem ist das, über die Laufzeit aber oft teurer als der Kauf. Der KfW-Förderkredit 270 ist die naheliegende Vergleichsalternative. Dazu kommen Pflichten wie die Anmeldung im Marktstammdatenregister, die EEG-Einspeisung und der Umsatzsteuer-Nullsatz.
Kurz gesagt:
- Monatsraten liegen laut ADAC grob zwischen 50 und 300 €; schon 135 € im Monat ergeben über 20 Jahre 32.400 €, zuzüglich möglicher Kosten.
- Mietverträge laufen meist 15 bis 25 Jahre; beim Hausverkauf muss der Käufer sie in der Regel übernehmen, weshalb Sie diese Klausel vorab prüfen sollten.
- Die Anlage muss binnen eines Monats nach Inbetriebnahme im Marktstammdatenregister stehen; meist meldet der Installateur, doch verantwortlich bleibt der Anlagenbetreiber.
- Der Förderkredit 270 der KfW kann bis zu 100 % der Investitionskosten abdecken; die Anlage gehört Ihnen, beantragt wird der Kredit über die Hausbank.
- Mieten passt vor allem, wenn Eigenkapital fehlt oder Sie keinen Aufwand wollen; vergleichen Sie trotzdem mehrere Angebote mit identischen Annahmen.
Inhaltsverzeichnis
- Welche Modelle stecken hinter „ohne Anschaffungskosten“?
- Was kostet das im Monat und über die gesamte Laufzeit?
- Pflichten und Steuern: Was in Deutschland gilt
- Worauf Sie im Vertrag achten sollten
- Rechnen Sie nach: So vergleichen Sie Miete, Kauf und KfW 270
- So gehen Sie Schritt für Schritt vor
- Unsere Sicht: Für wen sich Mieten lohnt
- Wie wir Ihnen beim Vergleich helfen
- FAQ
- Quellen
Welche Modelle stecken hinter „ohne Anschaffungskosten“?
Der Begriff ist ein Werbeversprechen, kein Rechtsbegriff. Dahinter stehen vier Konstruktionen, die sich vor allem in einer Frage unterscheiden: Wem gehört die Anlage, und wer betreibt sie?
- Miete oder Pacht: Der Anbieter bleibt Eigentümer, Sie zahlen eine monatliche Rate. Installation, Wartung und Versicherung sind meist enthalten.
- Leasing: Ähnlich wie bei einem Auto nutzen Sie die Anlage gegen Raten, am Ende steht oft eine Übernahmeoption zum Restwert.
- Mietkauf und Finanzierung mit 0 € Anzahlung: Die Anlage wird Ihre, Sie zahlen sie über Jahre ab. Wartung und Versicherung organisieren Sie meist selbst.
- Contracting: Ein Dienstleister betreibt die Anlage auf Ihrem Dach und verkauft Ihnen den Strom, manchmal zu einem festen Arbeitspreis.
Mietmodelle laufen laut Verbraucherzentrale meist 15 bis 25 Jahre und decken Anschaffung, Installation, Wartung und Versicherung ab. Beim Hausverkauf läuft der Vertrag in der Regel weiter, der Käufer muss ihn also übernehmen. Das sollten Sie klären, bevor Sie unterschreiben. Wer das Konstrukt genauer verstehen will, findet in unserem Beitrag zur Solarpacht die typischen Vertragsinhalte.
Was kostet das im Monat und über die gesamte Laufzeit?
Die Monatsraten für Mietsysteme liegen laut ADAC grob zwischen 50 und 300 €. Eine Anlage mit 6 kWp gibt es danach ab etwa 80 € im Monat ohne Speicher, eine mit 10 kWp und Speicher ab etwa 135 €.

Die Rate wirkt klein, die Summe nicht: Über 20 Jahre addieren sich selbst 135 € im Monat auf 32.400 €. Das ist eine einfache Rechnung, die Ihnen kein Anbieterprospekt aufmacht.
Die Verbraucherzentrale Saarland warnt vor vermeintlichen Null-Kosten-Angeboten: Bei genauer Rechnung seien sie oft deutlich teurer als selbst finanzierte Anlagen. Entscheidend sind drei Annahmen, auf denen jede Anbieterrechnung ruht:
- Eigenverbrauch: Je mehr Solarstrom Sie selbst nutzen, desto mehr Netzstrom sparen Sie. Optimistische Quoten verschönern das Ergebnis.
- Strompreisentwicklung: Steigt der Strompreis stark, sieht die Miete besser aus. Eine Prognose ist das aber nur, kein Fakt.
- Lebensdauer und Leistung: Module verlieren mit den Jahren etwas an Ertrag. Wie viel, steht selten im Prospekt.
Wie viel Ihr Dach realistisch liefert, können Sie mit unserer PV-Ertragstabelle selbst nachschlagen.
Pflichten und Steuern: Was in Deutschland gilt
Einige Regeln gelten unabhängig davon, ob Sie kaufen oder mieten. Sie sollten sie kennen, weil bei Mietmodellen schnell unklar wird, wer wofür zuständig ist.
- Marktstammdatenregister: Klären Sie, ob und wie Ihre Anlage registriert werden muss. Laut Bundesnetzagentur übernimmt in der Praxis meist der Installateur die Meldung. Wer dafür verantwortlich ist, sollten Sie vorab anhand der offiziellen Vorgaben prüfen. Die Verbraucherzentrale nennt eine Frist von einem Monat nach Inbetriebnahme, sonst drohen Sanktionen.
- EEG-Einspeisung: Wer die Vergütung für eingespeisten Strom erhält, hängt vom Modell ab. Bei Miete und Pacht kann das der Anbieter sein, nicht Sie. Lassen Sie sich das schriftlich zeigen.
- Umsatzsteuer: Seit dem 1. Januar 2023 gilt laut Bundesfinanzministerium ein Nullsteuersatz von 0 % auf Lieferung und Montage von Photovoltaikanlagen auf oder nahe Wohngebäuden. Das gilt für Module, Wechselrichter und Speicher.
Prüfen Sie bei jedem Angebot, ob dieser Vorteil tatsächlich in der Rate steckt.
Worauf Sie im Vertrag achten sollten
Der Vertrag entscheidet, ob das Modell fair ist. Wir empfehlen, diese Punkte der Reihe nach abzuarbeiten:
- Vorzeitige Übernahme: Wann und zu welchem Preis können Sie die Anlage kaufen?
- Ende der Laufzeit: Muss die Anlage zurückgebaut werden, und wer zahlt das? Fachleute raten laut Enpal, Klauseln zum Laufzeitende und zum Hausverkauf genau zu lesen.
- Preisanpassung: Gibt es Wertsicherungs- oder Preisklauseln, die die Rate während der Laufzeit steigen lassen?
- EEG-Einnahmen: Wer erhält die Vergütung, und wie ist das geregelt?
- Service: Wer wartet, wer tauscht Teile, wie schnell reagiert der Anbieter bei Störungen, und was passiert mit dem Speicher?
- Zahlungsbeginn: Die erste Rate sollte erst nach erfolgreicher Installation fällig werden. Hohe Vorauszahlungen bergen laut LBS das Risiko, dass ein Anbieter zwischenzeitlich insolvent wird.
Profi-Tipp: Bitten Sie den Anbieter, die Gesamtsumme aller Raten über die volle Laufzeit schriftlich auszuweisen. Wer das scheut, hat meist Gründe.
Rechnen Sie nach: So vergleichen Sie Miete, Kauf und KfW 270
Damit Angebote vergleichbar werden, brauchen sie dieselbe Rechengrundlage. Gehen Sie so vor:
- Gesamtkosten: Rate mal Monate, plus mögliche Zusatzkosten wie Speicher, Wartung oder Rückbau.
- Nutzen: Eingesparter Netzstrom plus EEG-Erlöse. Wer die Erlöse bekommt, haben Sie im Vertrag geklärt.
- Restwert: Gehört die Anlage nach der Laufzeit Ihnen, oder fällt sie zurück? Das ändert die Bilanz erheblich.
- Konservative Annahmen: Rechnen Sie mit niedrigem Eigenverbrauch, leichtem Ertragsrückgang und moderat steigenden Strompreisen.
Als Kauf-Alternative bietet sich der KfW-Kredit 270 an. Laut Checkfox kann er bis zu 100 % der Investitionskosten abdecken, mit Laufzeiten bis 30 Jahren und bis zu fünf tilgungsfreien Jahren. Auch Speicher und Dachsanierung lassen sich laut KfW-Produktinfo finanzieren. Beantragt wird er über die Hausbank. So haben Sie ebenfalls keine Anzahlung, besitzen die Anlage aber selbst.
So gehen Sie Schritt für Schritt vor
- Sammeln Sie Ihre Verbrauchswerte, die Dachdaten (Ausrichtung, Neigung, Fläche) und überlegen Sie, ob ein Speicher sinnvoll ist. Unser Leitfaden Der Weg zur richtigen Solaranlage hilft dabei.
- Holen Sie mehrere Angebote ein, mindestens eines für Miete oder Leasing und eines für Kauf oder Kredit.
- Stellen Sie jedem Anbieter dieselben Fragen: Wann geht die Anlage in Betrieb? Wer meldet sie im Marktstammdatenregister? Wem gehört sie? Wie kann ich kündigen?
- Rechnen Sie alle Angebote mit identischen Annahmen zu Laufzeit und Eigenverbrauch.
- Lassen Sie den Vertrag vor der Unterschrift unabhängig prüfen.
Unsere Sicht: Für wen sich Mieten lohnt
Mieten kann sinnvoll sein, wenn Ihnen das Eigenkapital fehlt oder Sie sich um nichts kümmern wollen. Dann ist der Aufpreis der Preis für Bequemlichkeit, und das ist legitim. Wer aber Kredit aufnehmen kann, fährt mit Kauf und KfW-Kredit oft günstiger. Holen Sie sich deshalb vor jeder Unterschrift eine unabhängige Wirtschaftlichkeitsrechnung. Weitere Hilfen finden Sie bei uns auf der Website.
— Energysion
Wie wir Ihnen beim Vergleich helfen
Wir bei Energysion ordnen für Sie ein, was hinter den Angeboten steckt: neutrale Informationen zu Miet-, Leasing- und Kaufmodellen, dazu eine Checkliste für Ihre Vertragsfragen. Schauen Sie vorbei, bevor Sie sich über eine lange Laufzeit binden: Energysion.

FAQ
Ist eine Solaranlage ohne Anschaffungskosten wirklich kostenlos?
Nein. Sie zahlen statt eines Kaufpreises laufende Raten, und die summieren sich über die Laufzeit. Die Verbraucherzentrale Saarland rät deshalb zur unabhängigen Prüfung solcher Angebote.
Was kostet eine gemietete Solaranlage im Monat?
Das hängt von Größe und Speicher ab. Laut ADAC liegen die Raten grob zwischen 50 und 300 € pro Monat. Rechnen Sie immer die Summe über die gesamte Laufzeit aus.
Muss ich bei einer Mietanlage etwas anmelden?
Die Anlage muss im Marktstammdatenregister gemeldet werden, unabhängig vom Modell. Meist erledigt das der Installateur, die Verantwortung liegt laut Bundesnetzagentur aber beim Anlagenbetreiber.
Was ist die Alternative zur Miete ohne Anzahlung?
Der KfW-Kredit 270 über die Hausbank. Er kann laut Checkfox bis zu 100 % der Investitionskosten abdecken, die Anlage gehört dann Ihnen.
Quellen
- Verbraucherzentrale
- Verbraucherzentrale Saarland warnt: Vorsicht bei vermeintlich kostenlosen Photovoltaik-Angeboten | Verbraucherzentrale Saarland
- [Bundesnetzagentur
Homepage – Anmeldung, Anschluss, Registrierung](https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Fachthemen/ElektrizitaetundGas/ErneuerbareEnergien/Solaranlagen/Anmeldung_table.html) - Bundesfinanzministerium – FAQ „Umsatzsteuerliche Maßnahmen zur Förderung des Ausbaus von Photovoltaikanlagen“