Melden Sie Ihren Strom jetzt für die neue Anschrift an: Wählen Sie einen Anbieter oder informieren Sie Ihren bisherigen Versorger und notieren Sie Zählernummer sowie Zählerstand. Ohne Anmeldung rutschen Sie automatisch in die Grundversorgung, und die ist meist teurer. Fotografieren Sie den Zähler am Einzugstag und legen Sie das Einzugsdatum verbindlich fest, dann klappt der Rest fast von selbst.
Kurz gesagt:
- Prüfen Sie zuerst, ob Ihr bisheriger Anbieter die neue Adresse beliefert; dann können Sie den Vertrag oft fortführen, statt sofort zu wechseln.
- Seit Mitte 2025 lässt sich Strom in der Regel nicht rückwirkend zuordnen; ohne rechtzeitig vereinbarten Lieferbeginn zahlen Sie zunächst den örtlichen Grundversorgungstarif.
- Der neue Anbieter kündigt den alten Vertrag meist automatisch, doch prüfen Sie die Bestätigung und dokumentieren Sie die Beendigung, damit keine Doppelverträge entstehen.
- Ein Umzug beendet einen Sondervertrag nicht automatisch; kann Ihr Anbieter am neuen Wohnort nicht liefern oder passt das Angebot nicht, steht Ihnen ein Sonderkündigungsrecht zu.
Inhaltsverzeichnis
- So melden Sie Ihren Strom bei Umzug Schritt für Schritt an
- Wann Sie Strom vor dem Umzug spätestens anmelden sollten
- Zählernummer, Zählerstand und MaLo richtig dokumentieren
- Grundversorgung, Sonderkündigung und Schufa-Probleme lösen
- Checkliste für Auszug, Einzug und Mitteilung an den Anbieter
- Energysion-Perspektive: Warum dieser Ratgeber praxisnah bleibt
- Zeit sparen bei der Stromanmeldung mit unseren Tools
- FAQ
- Quellen
So melden Sie Ihren Strom bei Umzug Schritt für Schritt an
Bevor Sie irgendetwas unterschreiben, prüfen Sie erst, ob sich eine Neuanmeldung überhaupt lohnt oder ob Sie Ihren bestehenden Vertrag einfach mitnehmen können. Viele Stromanbieter erlauben eine Fortführung an der neuen Adresse, vorausgesetzt, das Liefergebiet passt. Werfen Sie dafür einen Blick in Ihre Vertragsunterlagen auf eine Umzugsklausel, oder rufen Sie kurz bei der Kundenhotline an. Wenn Ihr Anbieter an der neuen Adresse nicht liefert, müssen Sie ohnehin wechseln, und dann lohnt sich gleich ein Vergleich aktueller Tarife.
Haben Sie sich entschieden, läuft die eigentliche Anmeldung in klaren Schritten ab:
- Wunschtarif auswählen und den Liefervertrag mit genauem Lieferbeginn abschließen, idealerweise passend zum Einzugsdatum.
- Zählernummer und Zählerstand sowohl im Auszugs- als auch im Einzugsprotokoll notieren.
- Zähler fotografieren, als zusätzlichen Beleg für den Fall späterer Rückfragen.
- Neuen Anbieter beauftragen. In den meisten Fällen übernimmt er die Kündigung beim alten Versorger automatisch.
- Falls der neue Anbieter das nicht anbietet, selbst kündigen und dabei Auszugsdatum sowie letzten Zählerstand angeben.
- Bei fehlender Marktlokation-ID oder technischen Unklarheiten den zuständigen Netzbetreiber kontaktieren.
Der Bundesnetzagentur zufolge initiiert der neue Lieferant in der Regel den Datenaustausch zwischen altem Anbieter und Netzbetreiber selbst. Die Identifikation läuft dabei über Ihre Zählernummer, die Zählpunktbezeichnung oder die Marktlokations-ID, kurz MaLo. Das nimmt Ihnen einen Teil der Arbeit ab, ersetzt aber nicht die eigene Dokumentation: Notieren Sie trotzdem alle Daten selbst, denn im Streitfall zählt Ihr eigener Beleg mehr als eine telefonische Zusage.
Wer zur Miete wohnt, sollte zusätzlich prüfen, ob am neuen Wohnort ein Mieterstrommodell greift. Das verändert die Anmeldung in Details, auch wenn die Grundlogik gleich bleibt. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag zu Mieterstrom für Mieter und Vermieter.
Profi-Tipp: Beauftragen Sie den neuen Vertrag erst, wenn Sie das exakte Einzugsdatum kennen, sonst verschieben sich Lieferbeginn und Kündigungstermin unnötig.
Falls Sie ohnehin über einen Anbieterwechsel nachdenken, weil der alte Tarif teuer geworden ist, lohnt sich ein Blick in unseren Leitfaden zum Stromanbieter Vergleich. Ein niedriger Grundpreis bedeutet nämlich nicht automatisch den besten Tarif für Ihren Verbrauch.
Wann Sie Strom vor dem Umzug spätestens anmelden sollten
Planen Sie die Anmeldung einige Tage bis spätestens zwei Wochen vor dem Einzug ein. Das gibt Anbieter und Netzbetreiber genug Vorlauf, um den Lieferbeginn korrekt zu hinterlegen und Verzögerungen zu vermeiden.
Die Bundesnetzagentur weist ausdrücklich darauf hin, dass eine rückwirkende Zuordnung der Belieferung bei Strom in der Regel nicht möglich ist. Wer sich erst nach dem Einzug meldet, kann also nicht einfach den Lieferbeginn auf den Einzugstag zurückdatieren lassen. Seit Mitte 2025 ist eine rückwirkende Zuordnung der Belieferung bei Strom technisch und marktseitig in der Regel nicht mehr möglich, wer bis zum Einzug keinen Vertrag hat, wird für die bereits verbrauchte Zeit automatisch vom Grundversorger beliefert.
Daraus ergibt sich ein klarer Zeitplan:
- Etwa zwei Wochen vor Einzug: Tarif auswählen und Vertrag abschließen.
- Eine Woche vor Einzug: Bestätigung des neuen Anbieters prüfen und Lieferbeginn kontrollieren.
- Am Einzugstag: Zählerstand ablesen, fotografieren und notieren.
- Direkt danach: Zählerstand an Netzbetreiber und Anbieter melden, falls das nicht automatisch geschieht.
Haben Sie die Anmeldung vergessen, ist nicht alles verloren, aber Eile ist geboten. Notieren Sie sofort den Zählerstand am Einzugstag, auch nachträglich noch, und melden Sie sich umgehend bei einem Anbieter Ihrer Wahl. Für die Zeit bis zum Vertragsbeginn greift meist automatisch die Grundversorgung durch den örtlichen Grundversorger, damit Sie nicht ohne Strom dastehen.
Zählernummer, Zählerstand und MaLo richtig dokumentieren
Die Zählernummer finden Sie direkt auf dem Zähler selbst, meist auf einem kleinen Typenschild oder Aufkleber in der Nähe der Anzeige. Der Zählerstand steht auf dem Display oder den mechanischen Rollenanzeigen direkt darunter oder daneben.

Vonovia empfiehlt, den Zählerstand zusätzlich im Übergabeprotokoll der Wohnung festzuhalten, nicht nur formlos zu notieren. Das schützt Sie vor späteren Nachforderungen, wenn der Vormieter oder Vorbesitzer den Zähler anders abgelesen haben will.
Für den Lieferantenwechsel kann außerdem die Marktlokations-ID wichtig werden, eine eindeutige Kennziffer Ihres Netzanschlusses. Sie wird vom zuständigen Netzbetreiber vergeben und mitgeteilt. In vielen Fällen reicht für die Anmeldung beim neuen Lieferanten aber schon die Zählernummer aus, wie Stromnetz Berlin für den Berliner Raum bestätigt. Kennen Sie Ihre MaLo nicht, hilft ein kurzer Anruf beim Netzbetreiber weiter.
So dokumentieren Sie sauber:
- Zähler fotografieren, mit gut lesbarem Zählerstand und Zählernummer im Bild.
- Werte handschriftlich oder digital im Übergabeprotokoll festhalten.
- Kopie der Daten an alten und neuen Anbieter sowie an den Netzbetreiber schicken.
Wer in einer Wohnung mit mehreren Zählern lebt, etwa bei einem Zwischenzähler für eine Einliegerwohnung, sollte zusätzlich prüfen, welcher Zähler für welchen Vertrag zählt. Details dazu finden Sie in unserem Artikel zu Zwischenzählern für Strom.
Profi-Tipp: Schicken Sie Foto und Zählerstand noch am Einzugstag per E-Mail an sich selbst, der Zeitstempel dient später als zusätzlicher Beleg.
Grundversorgung, Sonderkündigung und Schufa-Probleme lösen
Nicht jeder Umzug läuft reibungslos, und für die häufigsten Stolpersteine gibt es praktikable Lösungen.
Ohne eigenen Vertrag greift automatisch die Grundversorgung durch den örtlichen Grundversorger. Das stellt sicher, dass in Ihrer neuen Wohnung nie der Strom ausbleibt, kostet aber in der Regel mehr als ein regulärer Tarif. Die Grundversorgung eignet sich als Übergangslösung, nicht als Dauerzustand.
Beim Thema Vertragsfortführung gilt laut Verbraucherzentrale: Ein Umzug löst bei Sonderverträgen nicht automatisch ein Sonderkündigungsrecht aus. Anbieter prüfen zunächst, ob sie Sie am neuen Wohnort weiterhin beliefern können, und machen dafür häufig innerhalb von zwei Wochen ein Angebot zur Fortsetzung. Lehnt der Anbieter die Fortführung ab oder passt der Tarif nicht mehr, steht Ihnen ein Sonderkündigungsrecht zu. Welche Fristen und Bedingungen dabei genau gelten, erklären wir ausführlich in unserem Beitrag zum Sonderkündigungsrecht bei Strom.
Die größte Gefahr beim Umzug bleibt laut Verbraucherzentrale, unbemerkt zwei Verträge parallel laufen zu lassen, weil weder die Kündigung noch die Neuanmeldung sauber dokumentiert wurden. Das führt schnell zu doppelten Kosten. Wer seinen alten Vertrag ordentlich beenden möchte, findet die nötigen Schritte in unserer Anleitung zum Stromvertrag widerrufen.
Auch eine negative Schufa-Auskunft bedeutet nicht automatisch, dass Sie ohne Strom dastehen:
- Der Grundversorger ist gesetzlich verpflichtet, auch bei negativer Bonität zu beliefern.
- Viele reguläre Anbieter bieten bei Bonitätsproblemen Vorkasse oder eine Kaution als Alternative an.
- Ein kurzes persönliches Gespräch mit dem Anbieter öffnet oft Lösungswege, die online nicht sichtbar sind.
Laut Stromauskunft existiert kein generelles Verbot, bei negativer Schufa einen Stromvertrag abzuschließen, auch wenn einzelne Anbieter strenger prüfen als andere.
Checkliste für Auszug, Einzug und Mitteilung an den Anbieter
Für den Auszug reicht eine kurze Liste: Zählerstand der alten Wohnung ablesen und notieren, die Meldung an den bisherigen Anbieter verschicken und einen Beleg oder ein Foto als Nachweis aufbewahren.
Für den Einzug gilt dasselbe Prinzip in umgekehrter Richtung:
- Neuen Zählerstand direkt am Einzugstag ablesen und dokumentieren.
- Wunschanbieter mit korrektem Lieferbeginn beauftragen.
- Vertragsbestätigung auf Adresse, Zählernummer und Startdatum prüfen.
Rund zwei Wochen Vorlauf empfiehlt die Bundesnetzagentur für die Anmeldung vor dem Einzug, damit der Lieferbeginn pünktlich steht und keine Lücke in der Belieferung entsteht.
Für die Mitteilung an Ihren Stromanbieter genügt eine knappe Nachricht mit allen nötigen Angaben: Name, alte und neue Anschrift, Einzugsdatum, Zählernummer und Zählerstand. Mehr braucht der Anbieter in der Regel nicht, um Ihren Umzug zu bearbeiten.
Energysion-Perspektive: Warum dieser Ratgeber praxisnah bleibt
Wir bei Energysion beschäftigen uns täglich mit Stromtarifen, Anbieterwechseln und den Fragen, die beim Umzug wirklich auftauchen. Diese Nähe zum Thema zeigt sich auch in unseren weiterführenden Artikeln, etwa zum Sonderkündigungsrecht oder zum korrekten Widerruf eines Stromvertrags, die wir gezielt für Umzugssituationen geschrieben haben.
Unser Fokus liegt dabei nicht nur auf dem klassischen Tarifvergleich, sondern zunehmend auch auf nachhaltigen Energielösungen, die für Mieter und Eigentümer gleichermaßen interessant werden, sobald die Umzugslogistik erledigt ist. Wer beim Einzug ohnehin über seine Energieversorgung nachdenkt, findet praxisnahe Vorlagen und Fallbeispiele, die über die reine Anmeldung hinausgehen.
— Energysion
Zeit sparen bei der Stromanmeldung mit unseren Tools
Wir machen die Stromanmeldung beim Umzug nicht komplizierter, als sie sein muss, sondern stellen konkrete Hilfsmittel bereit, die sofort genutzt werden können.

Auf unserer Plattform finden Sie:
- Einen Stromtarifrechner, der passende Angebote für Ihre neue Adresse zusammenstellt.
- Mustertexte für Kündigungen und Anbietermitteilungen, die Sie direkt übernehmen können.
- Weiterführende Ratgeber zu Sonderfällen wie Mieterstrom oder Bonitätsproblemen.
Das spart Ihnen Zeit, die Sie beim Umzug ohnehin selten übrig haben, und reduziert das Risiko, wichtige Fristen oder Angaben zu übersehen. Schauen Sie auf Energysion vorbei, wenn Sie Ihren nächsten Stromvertrag ohne Umwege abschließen möchten.
Wer zusätzlich einen Neubau oder einen komplizierten Netzanschluss plant, findet bei unserem Partner IET Berlin praktische Hinweise zur Anmeldung des Netzanschlusses selbst.
FAQ
Wie meldet man Strom bei einem Umzug an?
Sie wählen einen Stromtarif, schließen den Vertrag mit passendem Lieferbeginn ab und übermitteln dabei Zählernummer sowie Zählerstand. Der neue Anbieter kümmert sich in den meisten Fällen selbst um die Kündigung beim alten Versorger und den Datenaustausch mit dem Netzbetreiber, wie die Bundesnetzagentur beschreibt.
Wer meldet Strom bei einem Umzug ab?
Grundsätzlich melden Sie selbst Ihren Auszug beim bisherigen Anbieter, indem Sie Auszugsdatum und letzten Zählerstand mitteilen. Beauftragen Sie stattdessen einen neuen Anbieter am neuen Wohnort, übernimmt dieser die Kündigung beim alten Versorger häufig automatisch.
Wie funktioniert der Stromwechsel bei einem Umzug?
Der neue Lieferant gleicht Ihre Daten, meist Zählernummer oder Marktlokations-ID, mit dem Netzbetreiber ab und übernimmt die Belieferung zum vereinbarten Datum. Eine rückwirkende Zuordnung der Belieferung ist bei Strom laut Bundesnetzagentur in der Regel nicht möglich, weshalb der Vertrag vor dem Einzug stehen sollte.
Wie viele Tage vor dem Umzug sollte ich Strom anmelden?
Planen Sie die Anmeldung einige Tage bis rund zwei Wochen vor dem Einzug ein, damit Anbieter und Netzbetreiber den Lieferbeginn fristgerecht bearbeiten können. Wer das versäumt, riskiert eine Übergangszeit in der teureren Grundversorgung, bis der neue Vertrag greift.
Quellen
- Lieferantenwechsel — Bundesnetzagentur
- Was passiert beim Umzug mit Stromvertrag oder Gasvertrag? — Verbraucherzentrale
- Strom anmelden beim Umzug: So einfach geht’s — Vonovia
- Stromauskunft