Ein Herkunftsnachweis (HKN) ist die elektronische „Geburtsurkunde“ für eine Megawattstunde Ökostrom. Er bescheinigt, dass genau diese Menge in einer bestimmten Anlage aus erneuerbaren Energien erzeugt und ins Netz eingespeist wurde. Wenn Ihr Stromanbieter Ihnen Ökostrom verkauft, muss er für jede gelieferte Megawattstunde einen solchen Nachweis entwerten lassen. Was der HKN belegt, wo Sie ihn in der Stromkennzeichnung auf Ihrer Rechnung wiederfinden und was ein TÜV-Zertifikat noch zusätzlich prüft, erklären wir hier Schritt für Schritt.
Kurz gesagt
- 1 HKN = 1 MWh Ökostrom: Der Nachweis ordnet die Eigenschaft „erneuerbar“ genau einmal einem Kunden zu, damit keine Kilowattstunde doppelt verkauft wird.
- Das Umweltbundesamt führt das Register: Es stellt die Nachweise aus, verwaltet sie im Herkunftsnachweisregister (HKNR) und entwertet sie, sobald ein Lieferant den Strom an seine Kunden verkauft.
- Die Stromkennzeichnung zeigt das Ergebnis: Auf Rechnung und Website weist Ihr Anbieter aus, welcher Anteil seines Stroms EEG-gefördert ist und welcher über Herkunftsnachweise belegt wird.
- Ein HKN beweist keinen Klimanutzen: Er sagt nichts darüber, ob dadurch neue Anlagen gebaut werden. Genau hier setzen Zertifikate wie das TÜV-Ökostromsiegel an.
- Physikalisch kommt bei allen derselbe Strom an: Der Nachweis ist eine Buchhaltung über Mengen, keine Leitung von der Anlage zu Ihrer Steckdose.
Inhaltsverzeichnis
- Was ein Herkunftsnachweis ist und was er bescheinigt
- Vom Kraftwerk bis zur Rechnung: so läuft ein HKN durchs System
- Warum EEG-geförderter Strom keinen Herkunftsnachweis bekommt
- Stromkennzeichnung erklärt: So lesen Sie das Etikett Ihres Stroms
- Was ein Herkunftsnachweis nicht beweist
- TÜV-Ökostrom-Zertifikat: was es über den HKN hinaus prüft
- Woher der Strom in Deutschland kommt und was das für Ihren Mix bedeutet
- Unsere Sicht auf Herkunftsnachweise
- Ökostromtarif vergleichen und wechseln
- Häufige Fragen zum Herkunftsnachweis
- Quellen
Was ein Herkunftsnachweis ist und was er bescheinigt
Strom sieht man seine Herkunft nicht an. Im Netz mischen sich Wind, Sonne, Gas und Kohle zu einem einzigen Strom, und keine Kilowattstunde trägt ein Etikett. Damit ein Anbieter trotzdem ehrlich „Ökostrom“ verkaufen kann, gibt es ein Zertifikatssystem, das parallel zum physikalischen Stromfluss läuft.
Nach den Fragen und Antworten des Umweltbundesamtes ist ein Herkunftsnachweis ein elektronisches Dokument, das belegt, dass eine Megawattstunde Strom aus erneuerbaren Energien produziert und in das europäische Netz eingespeist wurde. Sein Zweck ist Verbraucherschutz: Die Eigenschaft „erneuerbar“ wird einmalig vergeben und darf danach nicht noch einmal verkauft werden.
Eine Megawattstunde entspricht 1.000 Kilowattstunden. Ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.000 kWh braucht also rechnerisch drei Herkunftsnachweise, damit sein Lieferant den gesamten Verbrauch als Ökostrom ausweisen darf.
Diese Angaben stehen auf einem HKN
Jeder Nachweis ist eindeutig und enthält laut Umweltbundesamt unter anderem:
- die Erzeugungsanlage: welche Energiequelle (zum Beispiel Wasser, Wind, Sonne, Biomasse) und wo die Anlage steht,
- die Menge: immer in Megawattstunden,
- das Ausstellungsdatum, also wann der Nachweis erzeugt wurde,
- Art und Umfang von Förderungen, die die Anlage erhalten hat.
Gerade die letzten beiden Punkte sind für Sie als Kunde interessant: Aus ihnen lässt sich ablesen, ob ein Nachweis aus einer alten, längst abgeschriebenen Anlage oder aus einem neuen Projekt stammt. Diese Details sehen Sie auf der Rechnung allerdings nicht. Dort landet nur das zusammengefasste Ergebnis.
Vom Kraftwerk bis zur Rechnung: so läuft ein HKN durchs System
In Deutschland ist das Umweltbundesamt die zuständige Stelle. Das Verfahren ist vollständig elektronisch, damit niemand eine Megawattstunde zweimal vermarkten kann. Vereinfacht durchläuft ein Nachweis vier Stationen:
- Erzeugung: Ein Betreiber, etwa eines Wasserkraftwerks, speist Strom ein, für den er keine staatliche Förderung bekommt.
- Ausstellung: Auf Antrag stellt das Umweltbundesamt für jede erzeugte Megawattstunde einen HKN aus und bucht ihn im Herkunftsnachweisregister (HKNR) auf das Konto des Betreibers.
- Übertragung und Handel: Der Betreiber kann den Nachweis an einen Stromlieferanten oder Händler weitergeben. Weil das System europäisch funktioniert, können Nachweise auch aus anderen europäischen Ländern ins deutsche Register übertragen werden.
- Entwertung: Liefert ein Anbieter Ökostrom an seine Kunden, beantragt er die Entwertung der passenden Menge. Erst damit ist die „grüne Eigenschaft“ verbraucht und darf in der Stromkennzeichnung ausgewiesen werden.
Wichtig für das Verständnis: Der Nachweis kann getrennt vom Strom selbst gehandelt werden. Ein Lieferant kann also Strom an der Börse einkaufen und separat Herkunftsnachweise dazu erwerben. Rechtlich ist das zulässig. Ob Ihnen das als Ökostrom genügt, ist eine andere Frage, die wir weiter unten beantworten.
Warum EEG-geförderter Strom keinen Herkunftsnachweis bekommt
Viele wundern sich, dass ausgerechnet die Windräder und Solaranlagen in Deutschland, die über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vergütet werden, keine Herkunftsnachweise erhalten. Der Grund ist das Doppelvermarktungsverbot: Für diesen Strom haben alle Verbraucher über die Förderung bereits bezahlt. Dürfte der Betreiber die grüne Eigenschaft zusätzlich als Nachweis verkaufen, würde dieselbe Kilowattstunde zweimal als Ökostrom abgerechnet.
Das Umweltbundesamt stellt Herkunftsnachweise deshalb nur für ungeförderten Strom aus. Der EEG-geförderte Anteil taucht in Ihrer Stromkennzeichnung trotzdem auf, aber als eigene Zeile. Für geförderten Strom aus Anlagen in Ihrer Umgebung gibt es außerdem ein zweites System: Regionalnachweise, mit denen ein Anbieter den regionalen Ursprung eines Teils seines EEG-Stroms ausweisen darf.
Stromkennzeichnung erklärt: So lesen Sie das Etikett Ihres Stroms
Die Stromkennzeichnung ist die Pflichtangabe, die zeigt, woraus der Strom Ihres Anbieters rechnerisch besteht. Geregelt ist sie in § 42 des Energiewirtschaftsgesetzes. Lieferanten müssen sie jährlich aktualisiert auf ihren Rechnungen und auf ihrer Website veröffentlichen. Herkunftsnachweise sind die Grundlage dafür, dass ungeförderter Ökostrom überhaupt in dieser Kennzeichnung erscheinen darf.
Typischerweise finden Sie auf dem Etikett diese Bausteine:
| Angabe | Was sie bedeutet | Worauf Sie achten sollten |
|---|---|---|
| Energieträgermix des Unternehmens | Anteile von Kernkraft, Kohle, Erdgas, sonstigen fossilen Quellen und erneuerbaren Energien im gesamten Strom, den der Anbieter verkauft | Ein Anbieter kann Ökostromtarife und gleichzeitig viel Kohlestrom verkaufen |
| Produktmix (Ihr Tarif) | Zusammensetzung des konkreten Tarifs, wenn der Anbieter ihn gesondert ausweist | Bei Ökostromtarifen sollte hier ein Anteil von 100 % erneuerbar stehen |
| Erneuerbare Energien, gefördert nach dem EEG | Strom aus EEG-vergüteten Anlagen, der allen Verbrauchern rechnerisch zugeordnet wird | Diesen Anteil hat praktisch jeder Tarif, auch ein Kohlestromtarif |
| Erneuerbare Energien mit Herkunftsnachweis, nicht gefördert nach dem EEG | Ökostrom, für den der Anbieter HKN entwertet hat | Das ist der Teil, den Ihr Anbieter aktiv als Ökostrom eingekauft hat |
| Umweltauswirkungen | CO₂-Emissionen und radioaktiver Abfall je Kilowattstunde | Je näher an null, desto besser |
| Vergleichswerte Deutschland | Durchschnitt der Stromerzeugung in Deutschland | Zeigt, ob Ihr Tarif besser oder schlechter als der Bundesschnitt ist |
Der Unterschied zwischen „EEG-gefördert“ und „mit Herkunftsnachweis“
Diese zwei Zeilen werden am häufigsten verwechselt. Der EEG-Anteil steht laut § 42 EnWG gesondert und wird jedem Stromkunden zugerechnet, unabhängig davon, welchen Tarif er hat. Ein Anbieter kann damit also nicht werben, als hätte er diesen Strom besonders für Sie eingekauft. Die Zeile „mit Herkunftsnachweis, nicht gefördert nach dem EEG“ dagegen ist das Ergebnis einer bewussten Entscheidung des Anbieters: Er hat für diese Menge Herkunftsnachweise gekauft und entwerten lassen.
Ein Beispiel zum Mitrechnen
Nehmen wir einen ausgedachten Tarif, dessen Produktmix so aussieht: 40 % erneuerbar, gefördert nach dem EEG, und 60 % erneuerbar mit Herkunftsnachweis. Zusammen ergibt das 100 % erneuerbar, der Tarif darf also als Ökostrom ausgewiesen werden. Verbrauchen Sie 3.000 kWh im Jahr, entfallen 1.800 kWh auf den Teil mit Herkunftsnachweis. Für Sie hat Ihr Anbieter damit 1,8 MWh an Nachweisen entwertet. Die übrigen 1.200 kWh sind Ihr rechnerischer Anteil am EEG-Strom, den jeder Kunde in Deutschland erhält.

Schauen Sie danach in den Unternehmensmix: Steht dort ein hoher Kohle- oder Gasanteil, verkauft der Anbieter neben Ihrem Ökotarif viel konventionellen Strom. Das ist nicht verboten, aber für viele ein Grund, zu einem reinen Ökostromanbieter zu wechseln. Wie Sie solche Mischangebote durchschauen, zeigen wir ausführlich in unserem Ratgeber, um echten Ökostrom zu erkennen.
Was ein Herkunftsnachweis nicht beweist
Der Herkunftsnachweis ist ein solides Buchhaltungsinstrument, aber er hat zwei Grenzen, die Sie kennen sollten, bevor Sie einen Tarif nur wegen der Aufschrift „100 % Ökostrom“ buchen.
Erstens: kein physischer Lieferweg. Das Umweltbundesamt hält in seiner Marktanalyse Ökostrom II fest, dass HKN nicht garantieren, dass aus Ihrer Steckdose Strom aus genau einer bestimmten Anlage fließt. Strom nimmt im öffentlichen Netz den Weg, den physikalische und netztechnische Faktoren bestimmen. Ihr Nachbar mit Kohlestromtarif und Sie mit Ökotarif bekommen aus derselben Leitung denselben Strom. Für die Lieferung selbst ist übrigens Ihr Netzbetreiber zuständig, nicht Ihr Anbieter; den Unterschied erklären wir im Beitrag Netzbetreiber vs. Stromanbieter.
Zweitens: kaum zusätzlicher Klimanutzen. Weil in Europa mehr erneuerbarer Strom mit Nachweisen erzeugt wird, als Kunden nachfragen, ist die Wirkung auf den Bau neuer Anlagen laut derselben Analyse begrenzt. Ein Anbieter kann also Nachweise aus einem jahrzehntealten Wasserkraftwerk kaufen, ohne dass dadurch irgendwo ein neues Windrad entsteht. Das Umweltbundesamt kommt deshalb zu dem Schluss, dass die Stromkennzeichnung die energiewendeförderlichen Eigenschaften einzelner Produkte nur unzureichend abbildet.
Das heißt nicht, dass ein Ökotarif nutzlos ist. Ihre Nachfrage sendet ein Marktsignal, und Sie kaufen ausdrücklich keinen Kohle- oder Atomstrom ein. Wer aber will, dass sein Geld den Ausbau voranbringt, braucht mehr als den Herkunftsnachweis allein.
TÜV-Ökostrom-Zertifikat: was es über den HKN hinaus prüft
Genau diese Lücke sollen Ökostrom-Zertifikate schließen. Der TÜV-Verband hat dafür eine gemeinsame Basisrichtlinie veröffentlicht, aktuell das Merkblatt MB ENER 1304 vom 10. September 2026. Danach muss ein zertifiziertes Produkt zwei Bedingungen erfüllen:
- Der gelieferte Strom stammt zu 100 % aus erneuerbaren Energien und ist durch entwertete Herkunftsnachweise aus dem jeweiligen nationalen Register belegt.
- Aufschläge, die Kunden für das Ökostromprodukt zahlen, müssen der Förderung erneuerbarer Energien zugutekommen, insbesondere dem Bau neuer Anlagen.
Der Herkunftsnachweis ist also die Pflichtgrundlage, das Zertifikat setzt eine Bedingung obendrauf. Hinzu kommt: Einzelne TÜV-Organisationen entwickeln laut TÜV-Verband gerade in dynamischen Märkten oft eigene Prüfkriterien, wenn einheitliche Standards fehlen. Zwei Siegel mit „TÜV“ im Namen können deshalb unterschiedlich streng sein. Lesen Sie im Zweifel nach, welche Richtlinie dem Siegel zugrunde liegt und wann das Produkt zuletzt geprüft wurde.
| Nachweisart | Was belegt ist | Wirkung auf neue Anlagen | Wo Sie es sehen |
|---|---|---|---|
| Herkunftsnachweis allein | Menge Ökostrom wurde irgendwo in Europa erzeugt und Ihnen zugeordnet | nicht vorgeschrieben | Stromkennzeichnung |
| TÜV-Zertifikat nach Basisrichtlinie | 100 % erneuerbar plus entwertete HKN, Aufschläge fließen in Förderung erneuerbarer Energien | gefordert, vor allem Anlagenneubau | Siegel auf Tarifseite und Vertragsunterlagen |
| Strengere Ökostrom-Labels von Umwelt- und Verbraucherverbänden | zusätzliche Vorgaben, etwa zu Anlagenalter oder Unabhängigkeit des Anbieters | je nach Label stärker gewichtet | Siegel und Kriterienkatalog des Labels |
Woher der Strom in Deutschland kommt und was das für Ihren Mix bedeutet
Physikalisch beziehen alle Haushalte in Deutschland denselben Mix aus dem Netz: Strom aus heimischen Wind-, Solar-, Biomasse- und Wasserkraftanlagen, aus Gas- und Kohlekraftwerken und, je nach Wetter und Preisen, auch aus den Nachbarländern. Deutschland ist Teil des europäischen Verbundnetzes und tauscht ständig Strom über die Grenzen aus, etwa wenn bei Windflaute importierter Strom günstiger ist als das Hochfahren eines eigenen Kraftwerks.
Ihr persönlicher Strommix ist deshalb immer ein bilanzieller Mix. Er ergibt sich aus dem, was Ihr Anbieter eingekauft und über Herkunftsnachweise belegt hat. Den Abgleich mit der Realität liefert die Stromkennzeichnung selbst: Nach § 42 EnWG muss sie die Werte des Anbieters den Durchschnittswerten der Stromerzeugung in Deutschland gegenüberstellen. Liegt Ihr Tarif bei den CO₂-Emissionen deutlich unter diesem Durchschnitt, ist das ein gutes Zeichen. Liegt der Unternehmensmix darüber, wissen Sie, wofür der Großteil der Einnahmen Ihres Anbieters steht.
Für Mieter, die auf dem Dach ihres Hauses eine Solaranlage haben, gibt es noch einen anderen Weg: Strom, der direkt im Gebäude erzeugt und verbraucht wird, fließt tatsächlich über die kürzeste Strecke zu Ihnen. Wie das Modell funktioniert, steht in unserem Beitrag Mieterstrom erklärt.
Unsere Sicht auf Herkunftsnachweise
Wir vergleichen jeden Tag Stromtarife, auch dynamische Tarife, die sich an den stündlichen Börsenpreisen orientieren. Dabei sehen wir immer wieder dasselbe Muster: Fast jeder Anbieter wirbt inzwischen mit „100 % Ökostrom“, und technisch ist das meist korrekt, weil Herkunftsnachweise vorhanden sind. Der Satz allein unterscheidet aber kaum noch ein Angebot vom anderen.
Deshalb raten wir, den Herkunftsnachweis als Mindeststandard zu betrachten, nicht als Qualitätsmerkmal. Prüfen Sie in drei Schritten: Steht im Produktmix wirklich 100 % erneuerbar? Wie sieht der Unternehmensmix aus? Gibt es ein Zertifikat, das Geld in neue Anlagen lenkt? Wer diese drei Fragen klärt, weiß in fünf Minuten mehr, als die meisten Werbetexte verraten.
Bei dynamischen Tarifen kommt ein vierter Punkt hinzu, den wir besonders spannend finden: Wer seinen Verbrauch in Stunden mit viel Wind- und Solarstrom verschiebt, zahlt oft weniger und nutzt das Netz dann, wenn tatsächlich viel erneuerbarer Strom fließt. Das wirkt direkter als jeder Nachweis auf Papier.
— Energysion
Ökostromtarif vergleichen und wechseln
Wenn Sie nach dem Blick auf Ihre Stromkennzeichnung feststellen, dass Ihr Tarif hauptsächlich aus dem EEG-Anteil besteht oder Ihr Anbieter viel fossilen Strom verkauft, lohnt sich ein Wechsel. Auf Energysion vergleichen wir Ökostrom- und dynamische Tarife, zeigen Erfahrungsberichte und aktuelle Bonusaktionen.

Der Wechsel selbst dauert nur wenige Minuten, den Rest erledigt der neue Anbieter. Wie Sie dabei vorgehen, erklären wir in der Anleitung Stromanbieter wechseln in 6 Schritten. Falls Sie bereits gebunden sind, prüfen Sie, ob Ihnen ein Sonderkündigungsrecht beim Strom zusteht, etwa nach einer Preiserhöhung.
Häufige Fragen zum Herkunftsnachweis
Was bedeutet HKN?
HKN ist die Abkürzung für Herkunftsnachweis. Gemeint ist ein elektronisches Zertifikat, das bescheinigt, dass eine Megawattstunde Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt wurde. In Deutschland werden diese Nachweise vom Umweltbundesamt im Herkunftsnachweisregister verwaltet.
Bekomme ich mit Herkunftsnachweis wirklich Ökostrom aus der Steckdose?
Nicht im physikalischen Sinn. Aus der Steckdose kommt bei allen Haushalten derselbe Netzstrom. Der Nachweis sorgt aber dafür, dass die Menge, die Sie verbrauchen, irgendwo in Europa als Ökostrom erzeugt und nur Ihnen zugerechnet wurde.
Wo finde ich die Stromkennzeichnung meines Anbieters?
Sie steht auf Ihrer Jahresrechnung und auf der Website des Anbieters, meist unter einem Stichwort wie „Stromkennzeichnung“ oder „Strommix“. Lieferanten müssen sie jährlich aktualisieren. Fehlt sie auf Ihrer Rechnung, können Sie sie beim Anbieter anfordern.
Ist ein TÜV-Ökostrom-Zertifikat besser als ein Herkunftsnachweis?
Das Zertifikat ersetzt den Nachweis nicht, es baut darauf auf. Nach der Basisrichtlinie des TÜV-Verbands braucht ein zertifiziertes Produkt entwertete HKN und muss zusätzlich Aufschläge in die Förderung erneuerbarer Energien lenken. Für Sie heißt das: Ein Tarif mit Zertifikat erfüllt strengere Bedingungen als einer, der nur Herkunftsnachweise vorweist.
Quellen
- Umweltbundesamt: Strom-Herkunfts- und Regionalnachweise, Fragen und Antworten
- § 42 EnWG: Stromkennzeichnung
- Umweltbundesamt: Marktanalyse Ökostrom II (2019)
- TÜV-Verband: Merkblatt Ökostromzertifizierung 2026
- TÜV-Verband: TÜV-FAQs