Energysion

Die neue E-Auto-Förderung im Detail – mit konkreter Beispielrechnung

Die neue E-Auto-Förderung im Detail – mit konkreter Beispielrechnung

Elektroautos sind längst kein Zukunftsthema mehr – sie sind Realität auf unseren Straßen. Trotzdem bleibt für viele eine zentrale Frage: Kann ich mir das leisten?

Nachdem frühere Umweltboni ausgelaufen sind, herrschte Unsicherheit. Seit 2026 gibt es jedoch ein neues, sozial gestaffeltes Förderprogramm. Und genau deshalb ist die E-Auto-Förderung wieder relevant: Sie kann den Unterschied machen zwischen „zu teuer“ und „eigentlich machbar“.

Gerade für private Haushalte mit mittlerem oder geringerem Einkommen soll der Umstieg finanziell erleichtert werden. Es geht also nicht nur um Klimaschutz, sondern auch um soziale Fairness.

Was ist die E-Auto-Förderung konkret?

Ganz einfach gesagt:
Der Staat gibt dir einen Zuschuss, wenn du ein neues Elektroauto kaufst oder least.

Seit wann gilt die Förderung?

  • Sie gilt für Neuzulassungen ab dem 1. Januar 2026.
  • Der Antrag kann ab Mai 2026 online gestellt werden.
  • Die Antragstellung ist rückwirkend für Fahrzeuge möglich, die seit dem 1. Januar 2026 zugelassen wurden.

Das bedeutet: Wer sein E-Auto Anfang 2026 zugelassen hat, kann die Förderung trotzdem beantragen.

Wer bekommt die Förderung?

  • Privatpersonen, die das Fahrzeug auf sich zulassen
  • Haushalte mit einem zu versteuernden Einkommen unterhalb festgelegter Grenzen
  • Das Fahrzeug muss neu zugelassen und förderfähig sein

Unternehmen stehen diesmal nicht im Fokus – die Förderung richtet sich klar an private Haushalte.

Was wird gefördert?

  • Reine Batterie-Elektroautos (BEV)
  • Teilweise auch bestimmte Plug-in-Hybride

Das Fahrzeug darf bestimmte Preisgrenzen nicht überschreiten und muss die technischen Vorgaben erfüllen.

Wie beantragt man die Förderung?

Der Ablauf ist einfach:

  1. Auto kaufen oder leasen
  2. Fahrzeug zulassen
  3. Online-Antrag stellen (ab Mai 2026)
  4. Nach Prüfung wird der Zuschuss ausgezahlt

Benötigt werden unter anderem:

  • Zulassungsbescheinigung
  • Kauf- oder Leasingvertrag
  • Einkommensnachweise

Wie hoch ist die Förderung? (Stand: 19.01.2026)

Die neue E-Auto-Förderung besteht aus drei Bausteinen:

  1. Basisförderung
  2. Familienzuschlag
  3. Soziale Staffelung nach Einkommen

Die genaue Höhe hängt also davon ab:

  • welches Fahrzeug du kaufst
  • wie hoch dein zu versteuerndes Haushaltseinkommen ist
  • wie viele Kinder unter 18 im Haushalt leben

Basisförderung

Rein batterieelektrische Fahrzeuge (BEV):
3.000 Euro

Plug-in-Hybride (PHEV) und Elektroautos mit Range-Extender (REEV):
1.500 Euro

Das ist der Grundbetrag – sofern dein Haushalt innerhalb der Einkommensgrenzen liegt.

Förderung für Familien

Zusätzlich gibt es einen Kinderzuschlag:

  • 500 Euro pro Kind
  • maximal 1.000 Euro (es werden bis zu zwei Kinder berücksichtigt)

Beispiel:
Zwei Kinder = +1.000 € zusätzlich.

Soziale Staffelung nach Einkommen

Zusätzlich wird nach Einkommen gestaffelt:

  • +1.000 €, wenn das zu versteuernde Haushaltseinkommen unter 60.000 € liegt
  • +1.000 € zusätzlich, wenn es unter 45.000 € liegt

Das bedeutet:
Je niedriger das Einkommen, desto höher die Förderung.

Überblick: Rein batterieelektrisches Fahrzeug (BEV)

Zu versteuerndes HaushaltseinkommenOhne KinderMit 1 KindMit 2+ Kindern
85.001 – 90.000 €nicht förderfähignicht förderfähig4.000 €
80.001 – 85.000 €nicht förderfähig3.500 €4.000 €
60.001 – 80.000 €3.000 €3.500 €4.000 €
45.001 – 60.000 €4.000 €4.500 €5.000 €
bis 45.000 €5.000 €5.500 €6.000 €

Maximale Förderung: 6.000 €

Überblick: Plug-in-Hybrid (PHEV) oder REEV

Zu versteuerndes HaushaltseinkommenOhne KinderMit 1 KindMit 2+ Kindern
85.001 – 90.000 €nicht förderfähignicht förderfähig2.500 €
80.001 – 85.000 €nicht förderfähig2.000 €2.500 €
60.001 – 80.000 €1.500 €2.000 €2.500 €
45.001 – 60.000 €2.500 €3.000 €3.500 €
bis 45.000 €3.500 €4.000 €4.500 €

Maximale Förderung: 4.500 €

Was bedeutet „zu versteuerndes Einkommen“?

Wichtig:
Entscheidend ist nicht dein Bruttogehalt, sondern das zu versteuernde Einkommen aus dem Steuerbescheid.

Das liegt oft deutlich unter dem Brutto – nach Abzug von:

  • Werbungskosten
  • Sonderausgaben
  • Kinderfreibeträgen
  • Vorsorgeaufwendungen

Kurz gesagt

  • Wer gut verdient und keine Kinder hat, bekommt wenig oder nichts.
  • Wer Kinder hat oder ein niedrigeres Einkommen, bekommt deutlich mehr.
  • Familien mit geringerem Einkommen können bis zu 6.000 € Förderung erhalten.

THG-Quote verständlich erklärt: Was ist das – und warum bekommst du Geld?

THG steht für Treibhausgasminderungs-Quote.
Klingt technisch, ist aber im Alltag simpel.

Mineralölunternehmen sind gesetzlich verpflichtet, ihre CO₂-Emissionen zu senken. Weil Elektroautos im Betrieb kein CO₂ ausstoßen, gelten sie als „eingesparte Emissionen“. Diese Einsparung darfst du als E-Auto-Halter verkaufen.

Wie läuft das praktisch ab?

  1. Du lädst deine Zulassungsbescheinigung bei einem THG-Anbieter hoch.
  2. Der Anbieter bündelt viele E-Autos.
  3. Die eingesparten Emissionen werden an Unternehmen verkauft.
  4. Du bekommst eine jährliche Auszahlung.

Je nach Marktpreis schwankt die Prämie. Realistisch kann man aktuell mit etwa 250–400 € pro Jahr rechnen.
Über drei Jahre sind das ungefähr 1.000 €.

Wichtig:
Die THG-Quote gibt es nur für reine Batterie-Elektroautos, nicht für Plug-in-Hybride.

Steuervorteile bei E-Autos: Wo entsteht die „Steuerersparnis“?

Viele rechnen nur den Kaufpreis – und übersehen die steuerlichen Unterschiede.

Kfz-Steuer

Reine Elektroautos sind in Deutschland mehrere Jahre von der Kfz-Steuer befreit.
Ein vergleichbarer Diesel kostet je nach Modell oft mehrere hundert Euro pro Jahr.

Über drei Jahre kann das grob 1.000 € Unterschied ausmachen.

Dienstwagen-Regelung (kurz erklärt)

Bei Firmenwagen wird der geldwerte Vorteil versteuert:

  • Verbrenner: 1 % des Listenpreises
  • E-Auto: 0,25 % oder 0,5 %

Das kann mehrere hundert Euro monatlich Unterschied bedeuten.
Für Dienstwagenfahrer ist das oft der größte finanzielle Hebel.

Strom vs. Diesel: Warum Laden (vor allem zuhause) oft günstiger ist

Der entscheidende Punkt ist: Wo lädst du?

Zuhause laden

Mit normalem Haushaltsstrom oder speziellem Autostromtarif kostet eine Kilowattstunde oft deutlich weniger als öffentlicher Schnellladestrom.

Beispielrechnung (vereinfacht):

  • Verbrauch E-Auto: ca. 17–20 kWh / 100 km
  • Strompreis zuhause: z. B. 30 Cent / kWh
    → etwa 5–6 € pro 100 km

Ein Diesel mit 6 Litern Verbrauch bei 1,70 € pro Liter:
→ etwa 10 € pro 100 km

Differenz: rund 4–5 € pro 100 km.

Bei 10.000 km pro Jahr ergibt das grob 600 € Ersparnis, also rund 50–60 € pro Monat.

Dazu kommen geringere Wartungskosten:

  • kein Ölwechsel
  • keine Abgasanlage
  • weniger mechanischer Verschleiß

Was bedeutet die Förderung konkret? Eine Beispielrechnung

Theorie ist das eine. Entscheidend ist die Praxis.

Nehmen wir als Beispiel das günstigste Tesla Model Y im Leasing:

  • 413 € monatliche Rate
  • 36 Monate Laufzeit
  • Gesamtkosten: 14.868 €

Nun rechnen wir realistisch:

  • ca. 1.000 € Steuerersparnis (gegenüber einem Diesel)
  • ca. 1.000 € THG-Quote über drei Jahre

Diese beiden Punkte reduzieren die effektiven Kosten bereits um 2.000 € — unabhängig von der staatlichen Förderung.

So wirkt sich die Förderung konkret aus

FörderungGesamtkosten (36 Monate)Effektiv pro Monat
3.000 €9.868 €274 €
4.000 €8.868 €246 €
5.000 €7.868 €218,55 €
6.000 €6.868 €190,78 €

Man sieht:
Zwischen minimaler und maximaler Förderung liegen fast 85 € Unterschied pro Monat.

Und genau deshalb ist die soziale Staffelung so entscheidend.

Und jetzt kommt der oft unterschätzte Punkt: Stromkosten

Wer zu Hause lädt und rund 10.000 km im Jahr fährt, spart gegenüber einem Diesel grob 60 € pro Monat an Energiekosten.

Rechnet man das mit ein, ergibt sich folgendes Bild:

FörderungEffektiv pro MonatAbzgl. StromersparnisRealistische Monatsbelastung
3.000 €274 €− 60 €ca. 214 €
4.000 €246 €− 60 €ca. 186 €
5.000 €218,55 €− 60 €ca. 158 €
6.000 €190,78 €− 60 €ca. 131 €

Damit bewegt sich ein mittelgroßes Elektro-SUV plötzlich auf dem Niveau vieler Kompaktwagen.

Fazit: Wann lohnt sich die Förderung wirklich?

Die Förderung entfaltet ihre volle Wirkung, wenn mehrere Faktoren zusammenkommen:

  • Du liegst in einer förderfähigen Einkommensstufe
  • Kinder im Haushalt erhöhen den Zuschuss
  • Du kannst überwiegend zu Hause laden
  • Du fährst regelmäßig (z. B. 10.000 km oder mehr pro Jahr)

Wer hingegen selten fährt oder überwiegend teuer öffentlich lädt, profitiert weniger stark.

Entscheidend ist:
Man darf nicht nur die Leasingrate betrachten. Erst wenn Förderung, THG-Quote, Steuerersparnis und Energiekosten zusammen gerechnet werden, entsteht ein realistisches Bild.

Und genau dieses Gesamtbild zeigt:
Die E-Auto-Förderung kann den Unterschied machen — nicht nur ökologisch, sondern ganz konkret im Geldbeutel.

Energysion

Energysion

Als Chefredakteur für Solar und dynamische Stromtarife kombiniert Energysion seine Leidenschaft für erneuerbare Energien mit fundierter Expertise. Er fährt selbst ein E-Auto und testet dynamische Stromtarife, um aus erster Hand praxisnahe Erkenntnisse zu gewinnen. Mit einem scharfen Blick auf aktuelle Entwicklungen in der Solartechnologie und Photovoltaik recherchiert er zukunftsweisende Trends. Sein Bachelor of Laws verleiht ihm zusätzlich die Fähigkeit, komplexe rechtliche Aspekte der Energiewende zu durchdringen und verständlich aufzubereiten – eine perfekte Mischung aus Technik, Praxis und Gesetz.

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